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Newsletter: 09/2020 Reisedaten 2021


liebe Chante etan freunde und interessierte

kaum zu glauben , der monat «canwapa gi wi» wenn die blätter färben , ist ein paar tage jung. dabei war es doch gerade erst frühling.
wie bestimmt für viele von euch auch war dieser sommer aussergewöhnlich aufgrund der covid19 pandemie und deren folgen. ehrlich gesagt ich hätte im vergangen märz nie gedacht , dass ich meine gesamte chante wakan reisesaison von diesem jahr stornieren bzw. aufs kommende jahr 2021 verschieben müsste.

ich denke und beobachte dass es für viele menschen aber auch eine sehr tolle , reflektierende und verändernde zeit wurde und ist. viele menschen wiederum merken wohl , ausser dem maske tragen , nicht viel veränderung und gehen ihrem alltag nach. hier in den usa ist die situation an vielen orten dramatisch. nebst covid , hauptsächlich weil das fehlende sozialnetz millionen arbeitslose in die armut und in die existenzielle not treibt. in dem sinne bin ich tiefst dankbar genug reserven und unterstützung zu haben. ich verarbeite diese zeit als einen raum des lernens , beobachtens und wachsens und mache einfach wie andere das beste daraus.
ich kann die worte pandemie , corona , covid , ect nicht mehr hören , möchte auch nicht mehr dazu schreiben , ausser dass ich hoffe es gibt bald lösungen durch die wissenschaft , soziologie , politik und die natur selbst.

ich beobachte und glaube nicht , dass die menschheit als solche etwas durch diese pandemie gelernt hat. im gegenteil , die industrielle zerstörung der umwelt schreitet noch schneller voran , korruption und machtmissbrauch in vielen ländern werden unkontrolliert uferlos , und die fehlenden flugzeuge am himmel repräsentieren wohl eher eine illusion als eine schonung der umwelt.

die lakota reservate haben nach wie vor «lockdown» , bzw niemand der dort nicht wohnhaft ist kann in die reservate einreisen. eine schwierige situation für viele welche von der kunst und den besuchern leben. all die lakota freunde , mit welchen ich auf den reisen zusammenarbeite , sind generell sehr betroffen und zum teil total arbeitslos. in dem sinne möchte ich erwähnen und mich bedanken , dass ich durch menschen wie euch selbst mit dem chanku luta fonds , einigen lakota freunden und institutionen unter die arme greifen kann , um nötigstes mitzufinanzieren.
heute war ich im pine ridge reservat (kenne glaube alle schleichwege die es gibt , aber nur 4-rad-antrieb möglich , uff..). ich habe mich mit lakota künstlern getroffen bei denen  ich wunderbares kunsthandwerk abholen konnte. immer wieder bin ich erstaunt und glücklich , dass der humor trotz aller tragik der zeit überlacht und wir es einfach nur lustig haben. manchmal ist es auch nur sarkasmus um nicht in zuviele gedanken zu verfallen , sowie zum beispiel , dass das pine ridge reservat , nebst dem covid , nun auch einen notstand ausrufen musste wegen der enormen selbstmordrate. verrückte zeiten , trotzdem sind auch immer wieder diese magischen , starken , von stolzen farben leuchtenden momente und ereignisse präsent. vor ein paar wochen zum beispiel , war ich mit meinem freund jim yellowhawk in einer inipi (schwitzhütte) , zusammen mit einer gruppe von omaha indigenen aus nebraska. die vollblutgesichter , sanfte omaha sprache mit deren lieder , das ritual in der nacht , begleitet mit dem ruf der eule war so zeitlos , ohne ende und anfang. das leben kann einfach nur schön , bescheiden , würdig , beflügelt mit dem gefühl eins-mit-allem-was-ist , sein.

irgendwie werde ich diesen sommer , zwischen meinem all-ein-sein und der einsamkeit auch vermissen. oft ist es doch so , dass wenn man «gezwungen» wird hinzuschauen oder hineinzuschauen , durch den nebel die sonne aufgeht im licht des wissens , erkenntnis und der bescheidenheit. ich habe vieles gelernt in den vergangenen monaten. eines ist mein bewusstsein , dass ich meine arbeit durch und mit chante etan liebe und schätze , vorallem auch durch die vielen wunderbaren menschen denen ich begegnen darf. eine wichtige erinnerung an mich , dass nichts ewig ist und alles in bewegung bleiben muss. Ich bin tief berührt wie fast alle reiseteilnehmer von diesem jahr sich auf das 2021 haben umbuchen lassen. sogar so , dass ich für meine neue thema reise "Medicine rocks" , trotz all den verschobenen reisen , einen wunderbaren passenden zeitraum im juni 2021 gefunden habe.

dies geschrieben möchte ich im rahmen von «in bewegung bleiben» , eine spezielle thema reise vorankündigen:
NEW ZEALAND und die indigene kultur der MAORI ist Jim Yellowhawks zweite heimat , wo er über die letzten 20 jahre absolute insider kontakte aufbauen konnte. zusammen freuen wir uns auf die chante wakan thema reise MAORI vom 20. februar bis 10. märz 2022. infos dazu folgen diesen herbst / winter , zusammen mit kunstausstellung und  workshops für 2020/2021. ich selbst werde anfangs oktober wieder in die schweiz zurückreisen.

ich hatte heute ein prägendes erlebnis (so wie viele andere in diesem sommer) , welches ich gerne mit euch teilen möchte. im mai habe ich mich verliebt in die bezaubernde schönheit , grazie und liebe einer hirschkuh zu ihrem kalb. sehr zutraulich verbrachten sie diesen sommer ihr leben in der nähe meines hauses , wo ich sie immer wieder beobachtete wie sie ihre naturgegebene zärtlichkeit austauschten , genauso wie wir menschen es tun. letzte nacht wachte ich auf weil ich verzweifeltes tiergeschrei hörte. ich konnte es nicht wirklich orten aber als ich heute durch mein tipicamp spazierte lag da das tote hirschkalb , aufgerisse und ausgefressen. so machen es die katzen , wahrscheinlich ein luchs oder puma. wenige meter davon stand die hirschkuh und hat im wahrsten sinne gestöhnt vor trauer. fressen und gefressen werden , habe ich gedacht , das ist das gesetz der natur in welchem sinne und als metapher wir jeden tag aufstehen und in irgendeiner form unser leben umsetzen. diese form beinhaltet jedoch eine grosse verantwortung und herausforderung in welcher wirkung wir sie umsetzen. eine form die mir sehr zu denken gibt , ist die tagtägliche industrielle schlachtung von abermillionen von tieren , damit die westliche menschheit JEDEN tag ihr fleisch hat. ich denke das mass der dinge ist massvoll zu leben. dieses raubtier hatte seit tagen nichts gefressen und MUSSTE zur erhaltung von sich selbst und seiner art beute machen. nun machen die geier und insekten den rest , so dass das leben lebt.
ich schaue das hirschkalb an , nur ein unbedeutendes tier , aber ist es nicht doch die welt?

vergänglich , verletzlich , annehmen und loslassen , nichts festhalten , auch nicht sich selbst.
alles hat seine zeit. alles geht vorbei. covid-19 , die freude / trauer , der hass und die liebe , alles ist so vergänglich. ich setzte mich ins gras und bedankte mich bei diesen zwei wesen für das was ich heute erneut gelernt habe. meine ängste und sorgen lösten sich auf , jetzt und da , der tod und das leben , alles hat seine zeit. wir machen uns oft sorgen über nichts...  geniessen wir die freiheit das leben zu leben und unseren träumen , visionen und wünschen ein gesicht zu schenken. nichts und niemand kann uns im weg stehen , ausser wir selbst.

danke für eure zeit. ich wünsche euch farbige sommer- und herbsttage,

charly juchler / kinya luta - wo-lakota-to-cho

p.s.: unten findet ihr alle angaben zu den reisen 2021.  die lebensreise geht weiter , ich freue mich ...

Reisedaten 2021

Detaillierte Reiseprogramme

--> Thema Reise Lebensfarben in Peru          (zur Zeit 2 Plätze frei)

--> Thema Reise Spirit                                              (zur Zeit ausgebucht)

--> Thema Reise Medicine Rocks                       (verfügbar)

--> Lakota Kultur- & Landschaftsreise            (zur Zeit ausgebucht)

--> Lakota Kultur- & Pferdereise                        (zur Zeit 1 Platz frei)

--> Thema Reise Spirit                                               (zur Zeit ausgebucht)

(auch bei bereits ausgebuchten reisen empfiehlt es sich kontakt aufzunehmen. es kann sich jederzeit etwas ändern. chanteetan@hotmail.com

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